Alles zum Coimbraprotokoll

Auf der folgenden Seite werde ich alles bezüglich des Coimbraprotokolls festhalten. Ich werde oft gefragt, was das eigentlich genau ist. Deshalb fange ich damit an. Ich persönlich habe damit am 05.05.2017 begonnen und werde regelmäßig meine Erfahrungen mit euch teilen. Bei Instagram findet ihr meine Erfahrungen unter #juliaundcoimbra bei Facebook habe ich ein neues Profil erstellt und ihr findet mich dort unter Julia Morgenkannichfliegen. Hier auf dem Blog werde ich eine eigene Kategorie eröffnen, in der ihr dann alle Beiträge und Erfahrungen zum Coimbraprotokoll findet.
Es macht mir unglaublich viel Hoffnung und ich möchte euch alle an meinem Weg teilhaben lassen und meine Erfahrungen mit euch teilen.

WAS GENAU IST DAS COIMBRAPROTOKOLL?

Das Coimbraprotokoll (kurz: CP) ist eine Therapieform für Autoimmunerkrankungen mit hochdosiertem Vitamin D. Entwickelt und seit mehr als 10 Jahren ständig aktualisiert und erweitert wurde und wird es von einem brasilianischen Neurologen namens Professor Coimbra. Dieser ist davon überzeugt, dass eine Verwertungsstörung des Vitamin Ds (Und sicherlich vieler anderer Mineralstoffe, Vitamine, Hormone und Nährstoffe) vorliegt und diese Mangelerscheinung Autoimmunerkrankungen begünstigt und ihnen dadurch quasi freien Lauf lässt. Dr. Coimbra behandelt in Sao Paulo schon viele Patienten. Seinen Erfahrungen nach erreichen mit dem Protokoll 95% der Erkrankten Remission, bestehende Symptome bilden sich zum Teil und mit sehr viel Glück vollständig zurück. Besonders bei Multipler Sklerose schlägt das Protokoll erfolgreich an. In Deutschland gibt es bisher einige wenige qualifizierte Protokollärzte, jedoch werden im laufe des Jahres weitere von Professor Coimbra persönlich in Brasilien ausgebildet. Dr. Coimbra selbst bietet das alles völlig kostenlos an, da er mit Überzeugung und Leib und Seele Arzt ist und Menschen auf diesem Wege zu einem besseren Leben verhelfen möchte – mehr Lebensqualität für Erkrankte. Das Protokoll muss unbedingt von einem ausgebildeten Arzt begleitet werden, da es neben der hochdosierten Vitamin D-Einnahme einiges mehr beinhaltet als das Schlucken ein paar Nahrungsergänzungsmittel 😉 dazu gehören regelmäßige Blut- und Urinkontrollen, eine spezielle Ernährungsform und viel Bewegung. Das alles jetzt hier genau zu beschreiben würde den Rahmen sprengen, weshalb ich euch bitte ein wenig Eigenrecherche zu betreiben. Dies könnt ihr entweder unter www.coimbraprotokoll.de tun, oder aber auf der Facebook-Seite „Gruppe Coimbraprotokoll – Vitamin D gegen Autoimmunerkrankungen“. Dort findet ihr alle Dateien und eine sehr hilfreiche und liebe Community. An dieser Stelle möchte ich Christina Kiening danken, die selbst schwer an MS erkrankt ist und das Protokoll seit längerem selbst durchführt und das ganze Modell mehr oder weniger nach Deutschland gebracht hat, Patienten mit betreut, Kontakte zu Professor Coimbra und Protokollärzten hat und das alles tut, um anderen Menschen in einer ähnlichen Situation zu helfen. Von Herzen ein großes Dankeschön!

Was natürlich nicht fehlen darf, ist die Auflistung meiner Symptome zu beginn, damit man die Fortschritte besser nachvollziehen kann.

MEINE SYMPTOME ZUM START DES COIMBRAPROTOKOLLS:IMG_4624

  • Fatigue: sehr schnelle kognitive, sowie körperliche Erschöpfbarkeit (das schlimmste und belastendste Symptom, das seit Ende 2014 meinen Tagesablauf dominiert), zeitweise 20h am Tag nur liegen und schlafen können
  • Restless legs: Kribbelnde und zuckende Beine beim Versuch einzuschlafen oder mitten in der Nacht, was einen Bewegungsdrang auslöst und physiologischen Schlaf unmöglich macht; kann Fatigue zusätzlich noch verstärken
  • Schlafstörungen in Form von Durchschlafstörungen, Wachliegen von mehreren Stunden nahezu jede Nacht; zum Teil ideopathisch, zeitweise aufgrund von Restless Legs
  • Schwäche in den Beinen, insbesondere rechts: Reduzierte Gehstrecke, zeitweise mit Fußheberschiene oder auch Gehstock, Parästhesien, zittrige Beine, „Wegknicken“ des rechten Knies, Schwere; Unter Belastung zunehmend; Belastbarkeit hängt mit der Tagesform zusammen; stärker ausgeprägte mentale Fatigue erfordert mehr Konzentration beim Gehen und strengt dementsprechend mehr an
  • Konzentrationsstörungen, Gedächtnisstörungen: Konzentrieren auf eine Sache nicht lange möglich (an schlechten Tagen ca. 10 Minuten, an guten Tagen ca. 30-45 Minuten); geteilte Aufmerksamkeit ist beeinträchtigt; Tätigkeiten und Gespräche werden vergessen; Dinge werden verlegt und nicht mehr gefunden etc.
  • Depressive Verstimmung: aufgrund der eingeschränkten Teilhabe am Leben kommt es ab und an zu depressiver Verstimmung; Leidensdruck ist sehr hoch; immer wieder an seine Grenzen zu kommen macht fassungslos und traurig; soziale Kontakte leiden unter der Fatigue; zum Teil führt mein Gesundheitszustand zum sozialen Rückzug
  • Schmerzen: neurologische Schmerzen in Form von elektrischen Impulsen, die durch Arme und Beine jagen; Brennen im Rücken zwischen den Schulterblättern, verursacht das Gefühl der Verbrennung, ist nicht auszuhalten
  • Uhthoff-Phänomen: Verschlimmerung aller neurologischen Symptome bei Hitze; fühlt sich unter Umständen an wie ein akuter Schub
  • Versteifung der rechten Hand: feinmotorische Funktionen sind dann eingeschränkt wie z.B. das Greifen von Dingen, Verschlüsse öffnen, Medikamente aus dem Blister drücken etc.
  • Blasenentleerungsstörungen: imperativer Harndrang, teilweise nur geringe Mengen Urin dafür öfter, immer wieder Restharn

MEIN PERSÖNLICHES CP:

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So sieht das ganze dann aus 😉

Startdosis: 60.000IE pro Tag seit 05.05.2017

Zuvor habe ich bereits seit November 2016 20.000IE pro Tag eingenommen mit Vitamin K2 und Magnesium. Insbesondere Magnesium ist für die Verwertung des Vitamin Ds wichtig und deshalb ebenso Bestandteil des Coimbraprotokolls.

Meine Ausgangswerte und Anmerkungen, die für die Durchführung des CPs wichtig sind:

  • Vitamin D-Spiegel lag Ende April bei 111 nmol/l, der Speicher bei 60nmol/l
  • Parathormon lag Ende April bei 35,5 pg/ml; Ziel des CPs ist es den Wert möglichst weit nach unten zu drücken (idealerweise etwas um die 12, Professor Coimbra strebt teilweise Werte zwischen 6-8 an), da hohe PTH-Werte die Aufnahme von Vitamin D hemmen und man bei Autoimmunerkrankungen davon ausgeht, dass eine Vitamin D-Verwertungsstörung vorliegt
  • Vorheriges Abklären von Nierensteinleiden –> Nierensonographie unauffällig, Nierenfiltrationsrate bestens; dies ist notwendig, da der Körper unter Höchstdosen von Vitamin D vermehrt Calcium über die Nahrung aufnimmt und speichert und dies früher oder später zu Nierenleiden führen kann, daher ist auch eine calciumarme Ernährung, sowie eine Flüssigkeitszufuhr von mindestens 2,5 L erforderlich. Also: Finger weg von Milchprodukten und Milchersatzprodukten mit Calciumzusatz; der tägliche Konsum sollte 500mg Calcium nicht übersteigen. Vorsicht: achtet beim Kauf von Wasser auf den Calciumgehalt! Wenn man da nicht aufpasst, ist man alleine mit der täglichen Trinkmenge von 2,5L schon drüber. Ich kaufe meistens Volvic, das enthält nämlich nur 12 mg/L. 🙂
  • Knochendichtemessung erforderlich, da durch die an das Coimbraprotokoll angepasste Ernährung ein erhöhtes Risiko besteht an Osteoporose zu erkranken. Mein Knochenstatus liegt bei 88-92%, was für mein Alter leider nicht gerade gut ist. Ich leide somit an einer Osteopenie, bin daher nochmals stärker gefährdet eine ausgeprägte Osteoporose zu entwickeln. Deshalb muss ich die calciumarme Ernährung nicht ganz so streng sehen wie andere, die sich im Protokoll befinden. Ein bisschen Ziegenkäse darf also ab und zu mal auf den Teller 😉
  • Calcium- und Phosphatwert waren erniedrigt bis nicht mehr nachweisbar, was die Diasgnose der Osteopenie nochmals stützt. Nächster Sammelurin erfolgt am 18.06. – mal sehen, was sich unter der Vitamin D-Einnahme getan hat.
  • Aufgrund des Osteoporoserisikos – und weil es natürlich generell niemandem schadet 😉 – ist ausreichende Bewegung äußerst wichtig. Viele im Protokoll haben sich ein Trampolin oder eine Vibrationsplatte zugelegt, da besonders erschütternde Sportarten dem Osteoporoserisiko Paroli bieten. Ich persönlich liebe es ein Workout auf dem Trampolin zu machen, da es neben Kondition und Muskelaufbau auch Gleichgewicht und Koordination fördert – mit beidem habe ich seit der MS Probleme und schlage damit direkt mehrere Fliegen mit einer Klappe. Es ist allerdings unglaublich anstrengend, also unterschätzt es nicht und macht schön langsam. Sonst seht ihr noch so aus wie ich 😉

 

NAHRUNGSERGÄNZUNGSMITTEL, DIE ICH ZUSÄTZLICH ZUM VITAMIN D EINNEHME:

  • Vitamin K2 – 400 Mikrogramm, täglich – ist laut CP nicht erforderlich, soll aber trotzdem hilfreich für eine bessere Verwertung des Vitamin Ds sein
  • Vitamin B-Komplex aus B1,B2,B3,B6 und B12 täglich, sowie reines Vitamin B2 100mg morgens und abends (ich verwende ein Präparat von Thorne mit hoher Bioverfügbarkeit) – Vitamin B2 wird zur korrekten Umwandlung von Vitamin D im Körper benötigt.
  • Magnesium, täglich, da es wichtig ist zur Regeneration der Muskulatur und Krämpfen vorbeugen kann  – ich nehme tagsüber Magnesiumglycinat, da das Magnesiumglycinat besser verträglich ist. Zur Nacht folgen dann 250mg Magnesiumcitrat; zudem ist es hilfreich das Magnesium in geringeren Dosen über den Tag verteilt einzunehmen. Ich mache es wie folgt: 120-120-120-250mg pro Tag
  • Zink – 30 mg, täglich als Picolinat – hat eine höhere Bioverfügbarkeit als übliche Zinkpräparate; stärkt das Immunsystem
  • 500 mg Lysin, täglich; ich persönlich nehme es zur Prophylaxe von Herpesbläschen – wirkt bei mir wahre Wunder; bei akutem Herpesbefall nehme ich 2000mg, dann ist der Spuk bald vorbei 😉
  • 2000mg Cordyceps, täglich – werden in der traditionellen chinesichen Medizi angewendet, zählen zu den sogenannten Heilpilzen; gelten als Energielieferant und helfen gegen Ermüdungserscheinungen (Stichwort: Fatigue) – aktuell pausiert seit Juli 2017
  • Omega 3-Algenöl von San Omega – einen Teelöffel täglich, um auf den Bedarf an DHA zu kommen; höchste Bioverfügbarkeit, keine Schwermetallbelastung, neutraler Geschmack
  • Vitamin A & E als Kombipräparat (2000IE / 200IE) – täglich; Vitamin A wirkt sich positiv auf Knochenwachstum und -bildung aus und unterstützt unter anderem die Augenfunktion; Vitamin E zählt als Antioxidans und schützt den Körper vor dem Einfluss freier Radikale
  • 5 mg Bor täglich – ist an Stoffwechselprozessen beteiligt, stärkt das Abwehrsystem des Körpers, man vermutet eine stärkende und erhaltende Funktion in Bezug auf die Knochen
  • Selen, täglich; ich esse dafür 4-5 Paranüsse am Tag, das deckt den Bedarf in etwa 😉
  • ein Schüssler-Salze-Präparat (ISO Bicomplex 13) zur osteoporose-Prophylaxe
  • 3 mg Kupfer täglich, da bei mir ein Mangel festgestellt wurde. Seit ich Kupfer substituiere, hat die Intensität meiner Restless legs abgenommen 🙂
  • Uridine Monophosphate + Citicoline (je 150 mg) – verbessert die Hirnleistungsfunktion; wirkt sich positiv auf Konzentration und Merkfähigkeit aus

Die Einnahme der Nahrungsergänzungsmittel ist individuell. Am wichtigsten sind jedoch neben dem Vitamin D Magnesium und Vitamin B2! Natürlich ist das auch alles eine Kostenfrage, denn wie wir leider wissen, übernimmt die Krankenkasse keinen Cent der anfallenden Kosten. Wenn ihr euch auf Vitamin D, Magnesium und Vitamin B2 beschränkt, kommt ihr schätzungsweise auf 20€ pro Monat. Ich denke das kann jeder irgendwie tragen. Meine monatlichen Kosten liegen bei ca. 160€. Anfangs kommen natürlich die Laborkosten hinzu. Ich habe vorab bei meinem Hausarzt gefragt, was er abrechnen kann und was ich selbst tragen muss. Habt ihr einen guten Hausarzt, wird er die aller meisten Parameter übernehmen. Ich habe selbst gezahlt: Vitamin D-Spiegel, Vitamin D-Speicher, Parathormon, Calcium im Serum und Urin, Phosphat im Urin. Das machte ca. 150€ aus. Hinzu kommen die Termine beim Protokollarzt je nach Satz. Ich zahle 120€ pro Stunde. Theoretisch braucht ihr bloß ein Erstgespräch und alles weitere kann per Telefon oder E-Mail kommuniziert werden, da es leider sehr wenige Protokollärzte gibt und der Anfahrtsweg für die Meisten zu weit ist, um öfter persönlich vorbei zu schauen. Die meisten bieten auch Sitzungen per Skype an. Das könnt ihr aber alles mit eurem Protokollarzt besprechen und die Kosten entstehen dann mehr oder weniger individuell.  Die Kosten bei einer Knochendichtemessung liegen je nach Praxis zwischen 50 und 100€. Ich hoffe ich konnte euch damit einen kleinen Überblick über die Kosten geben.