Positives Gedankengut

Ansichtssache

Heute ist einer dieser Tage, an denen ich müder aufgewacht  als ich ins Bett gegangen bin – trotz 10h Schlaf. Das finde ich immer besonders schlimm, denn das zeigt mal wieder, dass jegliches Schlafen und Ruhen an der lähmenden Fatigue nichts ändern kann. Erfahrungsgemäß ändert sich das dann auch über den Tag nicht mehr. Geplant hatte ich für heute eigentlich aktiv in den Tag zu starten. Sport hilft mir meist dabei mich für einige Zeit etwas wacher zu fühlen und wirkt der Fatigue etwas entgegen. Aber wie aufraffen, wenn man sich so extrem erschöpft fühlt? An manchen Tagen schaffe ich es, aber heute ging es einfach nicht. Natürlich frustriert es mich – am allermeisten die Gewissheit, dass an dem heutigen Tag wieder alles zur Qual werden wird. Anstrengend. Ermüdend. Und perspektivlos. 

Dennoch spielt hier wieder einmal der Blickwinkel eine große Rolle. Die Einstellung macht’s. Ich könnte mich jetzt in diese Abwärtsspirale der Gedanken begeben, die mir sagt, dass alles sinnlos und der Tag gelaufen ist. Dass ich mich einfach wieder ins Bett legen soll, denn egal was ich auch heute tue, wird mir keinen Spaß bereiten. Ich kann weinen, wütend sein und diese Welt verfluchen. Die MS hassen und ihr die Schuld an allem geben. Die Schuld daran, dass mein Leben aus den Fugen gerät. Aber was würde es ändern? Stimmt – Rein gar nichts. Es kostet nur wieder ungemein Kraft. Ich arbeite gerade sehr hart daran, solche Gedanken auszublenden und stattdessen die Situation so zu akzeptieren wie sie nun mal ist. Das, was ich mir für heute vorgenommen habe, wird nichts also muss ich mir meine Ziele neu setzen und das tun, was mir heute möglich ist. Die negativen Gedanken und Gefühle ziehen lassen und meinen Tag heute für etwas anderes nutzen. Ihn so zu leben wie er kommt. Das ist wirklich schwer und wird noch eine Weile dauern, aber schon alleine der Versuch davon abzukommen, gibt mir ein gutes Gefühl und ein bisschen innere Kraft zurück. Es gibt mir auch das Gefühl der MS überlegen zu sein. Manchmal ist es das Loslassen. Loslassen von alten Gewohnheiten und Zielen, loslassen von dem Gedanken, dass alles, was man sich vornimmt zu tun auch umgesetzt werden muss. Vielleicht eröffnet es einem die Sicht auf neue und wundervolle Dinge, die man mit Verbissenheit gar nicht erkennen würde.

Mit einer Erkrankung wie der MS muss man jeden Tag so annehmen wie er kommt und sich auf alle Gegebenheiten ein- bzw. oft umstellen. Ich sage immer das Leben mit der MS ist wie ein Überraschungsei: Man weiß nie, was drin ist. Aber vielleicht hat man Glück und aus Regenzeit und Sonnenschein formt sich ein wundervoller Regenbogen. 

Habt einen wundervollen Sonntag, ihr Lieben. <3

2 Kommentare zu „Ansichtssache

  1. Wie recht du hast :-). Es wird auch nach Jahren Momente geben, in der du das Gefühl der Verzweiflung nicht los wirst und das Gefühl hast, eigentlich weißt du jetzt wie es funktioniert doch ich denke, was sich ab und an ändern wird ist die Tatsache, dass du gewisse Dinge mit einem Lächeln betrachtest :-). Drück dich doll, und ich finde es schön dass es dich gibt.

    1. Hallo meine Liebe 🙂
      Ja, da hast du recht. Es wird immer wieder Momente geben, in denen man verzweifelt ist, Angst hat oder einfach stinksauer ist auf diese Erkrankung. Bei vielen Dingen muss man einfach mal den Blickwinkel ändern. Das hilft manchmal. Finde es auch sehr schön, dass wir uns austauschen und gegenseitig Mut machen 🙂 drück dich!!!

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