Erfahrungen mit dem Coimbraprotokoll

Coimbraprotokoll Tag 54

Heute ist der 54. Tag des Coimbraprotokolls für mich. Da ich gestern einen Termin bei meinem Heilpraktiker hatte, der das Protokoll begleitet, gibt es ein paar Neuigkeiten.

Ich habe letzte Woche mal wieder 24h-Sammelurin abgegeben, um meinen Urin auf Calcium und Phosphat zu untersuchen. Da durch die hohe Vitamin D-Einnahme vermehrt Calcium gespeichert wird, muss man den Calciumwert etwas im Blick haben. Da mein Wert vor Beginn des CPs ja bereits sehr niedrig war, haben wir bereits nach 8 Wochen statt den üblichen 12 Wochen nochmal getestet. Und was soll ich sagen… Mein Calciumwert hat sich nochmals halbiert. Das Resultat des ganzen ist also, dass ich die calciumarme Ernährung weiterhin etwas auflockern kann und sogar noch etwas „unvorsichtiger“ sein darf, sogar muss. Da ich – wie schonmal erwähnt – unter einer Osteopenie leide, durfte ich sowieso schon unter nicht so strengen Bedingungen in das Protokoll starten. Das heißt für mich wird es ab und an mal Käse geben und vor allem – was ich noch viiiiiel wichtiger finde – Nüsse. Ich lielieliebe Nüsse 🙂 Das Phosphat war auch dieses mal so niedrig, dass es nicht mehr nachweisbar war. Auch Phosphat lagert sich in den Knochen an und stärkt dieses, was natürlich die Osteopenie nochmals bestätigt. Genauso wie Calcium wird es durch die Einnahme von Hormonen – darunter auch das Vitamin D – beeinflusst.

FlügelschlagDes weiteren haben wir über meine aktuellen Symptome gesprochen. In letzter Zeit habe ich wieder vermehrt Probleme mit Missempfinden und Schmerzen im Sinne von Brennschmerz. Auch das Gehen macht mir immer mal wieder Probleme. Mein Bein wird dann steif, in der Bewegung verlangsamt, taub oder auch hypersensibel, das rechte Knie knickt weg,und meine Beine fühlen sich einfach bleischwer an. Manchmal muss ich das rechte Bein auch hinterher ziehen. Ich finde seit dem Protokoll ist die Beweglichkeit des Beins wieder schlechter geworden, was aber erstmal normal ist, da die geschädigten Nervenbahnen zu arbeiten beginnen. Auch am Abend, wenn ich mich langsam entspanne und kurz vorm Einschlafen bin, beginnen meine Beine wieder zu zucken, zu kribbeln und schmerzen, wobei das rechte Bein stärker davon betroffen ist als das linke. Gegen den Brennschmerz und die Restless-Legs-Symptomatik bekomme ich jetzt zusätzlich testweise ein Präparat. Wenn sich nach einer Woche keine Besserung einstellt, hilft es mir wohl nicht. Aber einen Versuch ist es mir wert. Auch haben wir Kupfer, Kalium, Calcium und Magnesium im Vollblut abgenommen, um zu schauen ob ein Mangel herrscht, der die Symptome möglicherweise verursacht oder verstärkt. Das wäre natürlich gut, denn dann könnte man die Symptome darauf zurückführen und mit der Substitution entsprechend entgegenwirken 🙂 Übrigens: bei vielen Patienten mit Spastiken herrscht ein Mangel an Kupfer. Vielleicht ist es für einige hier ein Ansatz, deshalb wollte ich es erwähnen. 🙂

Anfang August – also 3 Monate nach Beginn des Coimbraprotokolls – machen wir erneut ein Blutbild. Dabei ist das Parathormon wichtig, welches vor dem CP bei 35,5 lag. Ziel ist es den PTH-Wert unter 10 zu drücken, da dies notwendig ist um die Remission der MS zu erzielen. Das ist bei jedem inividuell. Danach entscheidet sich auch wie hoch wir mit dem Vitamin D gehen – ob erst auf 80.000IE täglich hoch oder aber schon direkt auf 100.000-120.000. Ich sag mal: Viel hilft viel 😉 da ist ja noch Luft nach oben.

IMG_8112Ansonsten läuft es eigentlich recht gut. Ich habe im Gesamten betrachtet mehr Energie, aber auch da ist noch Luft nach oben. Da ich aber am Anfang des CPs bin, erwarte ich nicht die Welt. Alleine, dass ich mich nicht jeden Tag so fühle als hätte mich ein Laster überrollt, der dann den Rückwärtsgang einlegt um sicher zu gehen, dass er mich auch wirklich überrollt hat. Das ist ein risengroßes Geschenk. Ich bin generell fröhlicher und ausgeglichener und nutze die Energie auch dafür, um mir etwas leckeres und gesundes zu kochen. An dieser stelle empfiehle ich euch wärmstens die Kochbücher von Deliciously Ella. Vielleicht macht euch das Foto ja ein wenig Appetit 😉

Ich muss sagen, dass ich seit 2 1/2 Jahren das erste Mal das Gefühl habe und es wirklich spüre, dass nun alles in die richtige Richtung geht und ich fest daran glaube, dass das Coimbraprotokoll die für mich richtige Therapie ist. Ich bin vor allem gespannt, was sich nach der Dosiserhöhung bei mir tut und wie viele Einheiten es bedarf, um die Remission zu erreichen.

Ich halte euch natürlich auf dem Laufenden. Falls ihr bei Instagram seid, findet ihr meine Beiträge zum Protokoll unter #juliaundcoimbra

 

8 Kommentare zu „Coimbraprotokoll Tag 54

  1. Also bei „viel hilft viel“ wäre ich vorsichtig. Bei der Steigerung von 60.000 auf 100.000 IU hat es mich hammerhalt auf die Bretter gehauen ! – Sogar eine Türschwelle war ist zu hoch ! Komme alleine nicht mehr die 3 Stufen in meine Wohnung.
    Bin seit gestern wieder zurück auf 80.000

    1. Das ist mir bewusst. Ich meinte das eher allgemein aufs Vitamin D bezogen – für die meisten Ärzte sind 10.000IE ja schon „viel“. Hoffe bei dir geht es bald bergauf 🙂

  2. Hallo liebe Julia,

    dein Blog gefällt mir sehr. Vieles
    empfinde ich wie du, habe übrigens auch Osteopenie und
    bin heute im Tag 92. Die MS Beschwerden, Brennen, Zucken,
    Vibrieren sind bei mir momentan wieder verstärkt, da finde ich mich in deinem Bericht auch wieder.
    Alles Gute weiterhin für dich und
    alle Coimbra Mitstreiter

    1. Liebe Gabriele, lieben Dank für deine Rückmeldung. Ja, eine Symptomreaktivierung ist ja nicht unüblich. Wir müssen einfach durchhalten. Ich drücke dir ganz fest die Daumen 🙂

    1. Eben – die MS hat sich ja auch immer weiter angeschlichen, also geht sie auch nicht von heute auf morgen wieder „weg“ 😉 Geduld ist das große Stichwort

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