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Ein Lebenszeichen

Ihr Lieben,

ich habe eine Weile nichts von mir hören lassen. Ich habe mich während meiner 5-wöchigen Reha ein bisschen von den sozialen Netzwerken zurückgezogen. Zum einen war die Reha einfach wahnsinnig anstrengend für mich, zum anderen habe ich viel Zeit gebraucht um über einiges nachzudenken und mir über einiges klar zu werden. Außerdem habe ich wahnsinnig tolle Menschen kennen lernen dürfen, mit denen ich die Zeit einfach gut nutzen und genießen wollte. Jetzt nehme ich mir endlich mal wieder Zeit fürs Schreiben – mit Kopfhörern auf und guter Musik in den Ohren. 🙂

Fünf Wochen klangen für mich erst einmal nach einer langen Zeit. Zuerst wollte ich überhaupt keine Reha machen, da ich erst letztes Jahr nach meinem ersten Schub für vier Wochen in Reha gewesen bin. Ich dachte, dass das nicht nötig ist und ich das schon alleine wieder hinbekomme. Ich denke es liegt in der Natur des Menschen, dass man davon überzeigt ist immer alles ganz alleine schaffen zu müssen. Woher das kommt? Ich habe keine Ahnung. Jedenfalls bin ich froh, dass ich den Reha-Antrag doch noch gestellt habe, denn rückblickend tat es mir unglaublich gut. Ich habe viele neue Denkanstöße und neue Inspiration bekommen und habe Freundschaften geschlossen, die definitiv über den Reha-Aufenthalt anhalten werden. Dabei waren Alter, Geschlecht, Herkunft, Aussehen, Glaube völlig egal. Der Mensch zählt. Keine Vorurteile, kein verstellen, keine Fassade, die aufrecht erhalten werden muss. Jeder kann in der „Reha-Glaskuppel“ so sein wie er wirklich ist. Kein funktionieren, kein es allen recht machen wollen. Das ist unglaublich befreiend, muss ich  sagen. Ich kann wirklich jedem ans Herz legen: macht eine Reha. Ihr werdet es nicht bereuen. Ihr werdet immer etwas Positives mitnehmen können.

Ich habe das Gefühl nochmals an der Herausforderung mit der MS zu leben gewachsen zu sein. Auch habe ich wieder neuen Mut gefasst und konnte etwas zu Kräften kommen. Ich bin mir selbst wieder ein Stück näher gekommen und gefühlte Jahre gereift. Die Ereignisse haben sich überschlagen – auch schon vor der Reha. Türen haben sich geschlossen, Fenster wurden geöffnet. Ein Ende kann gleichzeitig ein Anfang von etwas ganz Großartigem sein. Man muss nur daran glauben. Mir ist jetzt noch mehr bewusst, dass ich einfach alles schaffen kann. Egal, was auch kommen mag, ich weiß ich stehe das durch. Und vor allem wurde mir nochmals ganz deutlich bewusst, dass ich nicht alleine bin. Jeder Mensch hat seine ganz eigene Geschichte. Jeder von uns trägt Narben mit sich – sichtbar oder unsichtbar. Oder gar beides.  Auf meinem Weg – egal wie dieser auch aussehen mag – gibt es wundervolle Menschen, die mich begleiten, stützen und auffangen werden. Die mir auch mal den Kopf waschen, mit mir schimpfen. Mich in den Arm nehmen, wenn ich es brauch, oder mir kumpelhaft auf die Schulter hauen. Das ist immens wertvoll. Ich bin ein Glückspilz. Ich blicke mit Zuversicht in die Zukunft. Mit der Gewissheit, dass sich schon alles in die richtige Richtung entwickeln wird. Auf diesem Wege möchte ich einen großen Dank an alle aussprechen, die mich auf meinem Weg begleiten. Ihr seid unglaublich wertvoll für mich.

In den kommenden Tagen werde ich einen ausführlichen Bericht über meine Reha online stellen. Natürlich auch mit Fotos vom tollen Bodensee. Uuuuuund da wäre noch Etwas 🙂 Vielleicht haben es einige von euch schon mitbekommen, da ich das Thema kurz auf meinem Instagram-Account angeschnitten habe. Ich werde an einem Fotoprojekt zum Thema Hoffnung mitwirken. Das ganze soll aus Bildern entsehen, die zu einem Film zusammengeschnitten werden. Im Hintergrund werde ich voraussichtlich ein wenig über mich erzählen. Auch davon werde ich hier noch ausführlicher berichten. Jedenfalls freue ich mich wahnsinnig darauf und bin sehr gespannt, was dabei raus kommt. Ich halte euch auf dem Laufenden 😉

Ich drücke euch,

eure Julia

 

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